Was ist ein Herkunftsnachweis?

Herkunftsnachweise (HKN) sind Zertifikate, die zur Stromkennzeichnung genutzt werden können. Mit ihrer Hilfe kann nachgewiesen werden, dass eine konsumierte MWh aus erneuerbaren Energien stammt.

Sind Herkunftsnachweise mit Strom verbunden?

In der Regel werden Herkunftsnachweise nicht zusammen mit elektrischer Energie geliefert. An der EEX werden Herkunftsnachweise als Zertifikate ohne elektrische Energie gehandelt, diese könnte zum Beispiel mit Phelix Futures gehandelt werden.

Können Herkunftszertifikate zur Erfüllung von Quoten verwendet werden?

In einigen europäischen Ländern müssen beispielsweise Energieversorgungsunternehmen nachweisen, dass eine gesetzlich festgelegte Menge ihres Portfolios aus erneuerbaren Energien stammt. Die Quote kann unter anderem mit Hilfe handelbarer Zertifikate erfüllt werden, zum Beispiel ElCerts in Schweden und Norwegen. Hierfür existieren nationale Regelungen, für deren Erfüllung Herkunftsnachweise nicht genutzt werden können. Herkunftsnachweise können ausschließlich zur Stromkennzeichnung genutzt werden.

Wie sind Herkunftsnachweise mit Labels verbunden?

Herkunftsnachweise entsprechen keinem Label, wie sie etwa der TÜV Süd oder der Verein EnergieVision vergeben. Sie können aber im Rahmen des Labellings genutzt werden. Der Herkunftsnachweishandel an der EEX ist vom TÜV Süd zertifiziert. Seine Sicherheit und die Qualität der Produkte sind hierdurch gewährleistet, genauso wie durch zahlreiche Aufsichtsinstitutionen.

Welche Kontrakte sind an der EEX handelbar?

An der EEX können Futures auf Herkunftsnachweise bis zu drei Jahre in die Zukunft gehandelt werden. Drei Produkte stehen zum Handel zur Verfügung:

  • Nordic Hydro HKN aus Dänemark, Finnland, Norwegen und Schweden
  • Alpine Hydro HLN aus Deutschland, Österreich, und der Schweiz
  • Northern Continental European Wind HKN aus Belgien, Dänemark, Deutschland und den Niederlanden

Wie kann ich an der EEX gehandelte Herkunftsnachweise zur Stromkennzeichnung verwenden?

Über die EEX erworbene Herkunftsnachweise werden kurz nach Fälligkeit des Futures auf das Unterkonto des Käufers bei der ECC gebucht und anschließend auf das nationale Registerkonto des Käufers ausgeliefert. Der Käufer kann danach die Herkunftsnachweise wie gewohnt zur Stromkennzeichnung bei seinem Herkunftsnachweisregister entwerten.

Wie kann ich sicherstellen, tatsächlich Herkunftsnachweise der zugesicherten Qualität zu erhalten?

Die technische Infrastruktur und die Kontrollmechanismen im Clearinghaus ECC stellen sicher, dass nur Herkunftsnachweise der zugesicherten Qualität ausgeliefert werden.
 

Welche Anlagen können in Deutschland Herkunftsnachweise bekommen?

Aktuell können nur Anlagen Herkunftsnachweise bekommen, die keine EEG-Förderung erhalten. Entsprechend können nur diejenigen Anlagen Herkunftsnachweise beim Umweltbundesamt beantragen, die ihre Elektrizitätsproduktion nach § 33 b 2. und 3. EEG (Grünstromprivileg oder sonstige Direktvermarktung) direkt vermarkten.