Börsenrat unterstützt Nutzung von EEX-Standardkontrakten zur Absicherung von langfristigen Stromlieferverträgen

Börsenrat unterstützt Nutzung von EEX-Standardkontrakten zur Absicherung von langfristigen Stromlieferverträgen

Am Mittwoch, den 27. Juni, fand in Leipzig die konstituierende Sitzung des neuen EEX-Börsenrats statt, der am 30. Mai 2018 gewählt wurde. Während der Sitzung wählten die Mitglieder des neuen Börsenrats Dr. Michael Redanz, Geschäftsführer der EWE Trading GmbH, für eine weitere Amtszeit zum Vorsitzenden. Weiterhin wurden Dr. Bernhard Walter, Head of Market Design and Regulatory Affairs der EnBW AG, Andrea Siri, Head of Power Origination der Edison S.p.A., sowie Jens Göbel, Head of Power and Emissions Trading der eni Trading & Shipping S.p.A, zu stellvertretenden Vorsitzenden gewählt.

Im Zuge der Sitzung erörterte der Börsenrat die Möglichkeit der Kombination von langfristigen Stromlieferverträgen (power purchase agreements - PPA), die im Markt verstärkt nachgefragt werden, mit bereits bestehenden EEX-Standardprodukten. Das Konzept der PPA’s wird im Bereich der erneuerbaren Energien als Schlüsselinstrument zur Sicherung der Finanzierung für den Bau neuer Anlagen genutzt. Mittlerweile müssen in vielen Fällen PPA’s vorhanden sein, bevor Banken Finanzierungen für Neubauprojekte, wie neue Wind- oder Solarparks, gewähren. Dabei muss die Laufzeit des PPA’s üblicherweise auch der Rückzahlungsfrist des Darlehens entsprechen.

Zur Senkung des Kontrahentenausfallrisikos sowie zur Sicherung langfristiger Cashflows bietet die EEX bereits heute geclearte Terminkontrakte mit finanzieller Abwicklung auf allen großen europäischen Strommärkten an. Dies bildet einen großen Mehrwert für Kontrahenten, die PPA’s vereinbaren. Diese Marktteilnehmer können Strom-Futures mit Barabwicklung bis zu sechs Jahre im Voraus zum Clearing bei der EEX registrieren. Dabei werden der Bedarf für die langfristige Preisabsicherung mit der Sicherheit der Senkung des Kontrahentenrisikos durch das Clearing an der European Commodity Clearing (ECC) und dem umfassenden Liquiditätspool der EEX-Stromterminmärkte zusammengeführt.

Die EEX hat in der jüngeren Vergangenheit eine starke Zunahme der Nachfrage nach solchen geclearten langfristigen Produkten verzeichnet. So sind allein in den letzten vier Wochen in Spanien und Deutschland Kontrakte bis zum Kalenderjahr 2024 mit einem Gesamtvolumen von 2,9 TWh registriert worden. Der Börsenrat ermutigte die EEX, das bestehende Angebot durch die Aufnahme zusätzlicher Jahresfälligkeiten weiter auszubauen.

Des Weiteren diskutierte der Börsenrat den aktuellen Aufschwung im Emissionshandel und zeigte sich erfreut über die positiven Entwicklungen, inbesondere im Bereich Optionen. Die EEX und ihr Partner Incubex haben in den vergangenen Monaten das EUA-Optionsgeschäft sehr erfolgreich entwickeln können, was im Juni 2018 in einem Marktanteil von 23 Prozent am Emissions-sekundärmarkt resultierte.

Aktuell bietet die EEX EUA-Optionen mit Fälligkeit im Dezember an, da sich die Liquidität zum Großteil auf diese Fälligkeit konzentrierte. Aufgrund des gestiegenen Kundeninteresses plant die EEX zusätzlich auch die Einführung von Monats- und Quartalsfälligkeiten für EUA-Optionen. Der Börsenrat stimmte der Einführung weiterer Optionsfälligkeiten zu, womit die EEX die Flexibilität für ihre Kunden erhöht und das EEX-Produktportfolio weiter von seinen Wettbewerbern abhebt.

Der Börsenrat der EEX ist ein Börsenorgan im Rahmen des Börsengesetzes. Er besteht aus insgesamt 24 Mitgliedern, die die verschiedenen Interessenverbände und Wirtschaftskreise angemessen repräsentieren: Neben den Handelsteilnehmern mit 19 gewählten Mitgliedern aus fünf verschiedenen Wahlgruppen gehören vier Verbandsvertreter sowie ein Vertreter der Energiewissenschaft dem Börsenrat an. Der Börsenrat verabschiedet vor allem das Regelwerk der Börse und seine Änderungen. Darüber hinaus bestellt und überwacht das Gremium die Börsengeschäftsführung und beruft den Leiter der Handelsüberwachungsstelle.

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